Für Ariadna Sutton war die Welt der Bücher schon immer verlässlicher als jene, in der man von ihr erwartete, eine Rolle zu erfüllen. Als ihre Zukunft längst von anderen vorgezeichnet schien, fand sie einen ungewöhnlichen Ausweg: Sie erschuf einen Verlobten, einen schottischen Hauptmann, der nur in ihrer Fantasie und auf dem Papier existieren sollte.
Mit jedem Brief wurde aus diesem Spiel ein Zufluchtsort. Ariadna schrieb ihm von ihren Ängsten und Sehnsüchten, von den Träumen, die sie niemandem anzuvertrauen wagte, und von einem Leben, nach dem sie sich heimlich sehnte. Vier Jahre lang glaubte sie, diesen Mann niemals kennenlernen zu müssen. Bis die Nachricht kam, dass ihr erfundener Verlobter im Krieg gefallen war.
Nur war er nie erfunden gewesen.
Alexander Lennox hatte tatsächlich gelebt ? und jeden einzelnen ihrer Briefe erhalten. In den dunkelsten Jahren des Krieges wurden Ariadnas Worte zu einem stillen Halt für einen Mann, der gelernt hatte, ohne Hoffnung zu überleben. Während sie glaubte, einem Phantom zu schreiben, gab sie einem Fremden einen Grund, weiterzumachen.
Dann führt das Schicksal beide nach Greyhaven Hall, in die abgelegenen schottischen Highlands.
Dort begegnet Ariadna keinem Helden aus ihren Briefen, sondern einem vom Krieg gezeichneten Mann, der Nähe kaum noch zulassen kann. Und Alexander entdeckt hinter der jungen Frau, die einst aus Angst eine Fantasie erschuf, eine eigenwillige und mutige Persönlichkeit, die stärker ist, als er erwartet hat.
Zwischen unausgesprochenen Wahrheiten, alten Wunden und der Frage, was von einer erfundenen Liebe bleiben kann, wenn sie plötzlich Wirklichkeit wird, müssen sie lernen, einander wirklich zu sehen.
Denn manchmal besteht Liebe nicht darin, den Menschen zu finden, von dem man geträumt hat.
Sondern darin, für einen anderen zum Ort zu werden, an dem er zum ersten Mal keine Angst mehr haben muss, zu bleiben.