Studienarbeit aus dem Jahr 2026 im Fachbereich Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention, Note: 1,0, Hamburger Fern-Hochschule, Sprache: Deutsch, Abstract: Die unipolare Depression zählt zu den häufigsten und zugleich folgenreichsten psychischen Störungen weltweit. Nach Auswertungen der Global-Burden-of-Disease-Studien stieg die Zahl der Menschen mit einer diagnostizierten depressiven Störung zwischen 1990 und 2019 auf annähernd 290 Millionen; depressive Störungen tragen damit maßgeblich zur globalen Krankheitslast bei, gemessen an den durch Behinderung beeinträchtigten Lebensjahren. Die Erkrankung geht mit erheblichem individuellem Leid, eingeschränkter Funktionsfähigkeit und einem deutlich erhöhten Suizidrisiko einher, sodass ihrer wirksamen Behandlung eine hohe klinische wie gesundheitsökonomische Bedeutung zukommt.
Die konventionelle Pharmakotherapie beruht überwiegend auf Substanzen, die in das monoaminerge System eingreifen, etwa selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Diese Präparate sind gut untersucht, weisen jedoch zwei zentrale Limitationen auf. Erstens setzt ihre antidepressive Wirkung typischerweise erst nach zwei bis sechs Wochen ein, was gerade bei akuter Suizidalität problematisch ist. Zweitens erreicht ein erheblicher Anteil der Betroffenen trotz leitliniengerechter Behandlung keine Remission. Die STAR*D-Studie belegte, dass die Remissionsraten mit jeder weiteren Behandlungsstufe sinken und ein substanzieller Teil der Patientinnen und Patienten auch nach mehreren Therapieversuchen symptomatisch bleibt (Rush et al., 2006). Als therapieresistente Depression wird nach der von der Food and Drug Administration und der European Medicines Agency übernommenen Konvention ein unzureichendes Ansprechen auf mindestens zwei adäquat dosierte und ausreichend lange verabreichte Antidepressiva innerhalb einer depressiven Episode verstanden; hiervon sind schätzungsweise 20 bis 30 Prozent der Erkrankten betroffen (McIntyre et al., 2023).