Seit mehr als 300 Jahren beschäftigen wir uns mit der Rolle der Natur in der Stadtentwicklung. Von den Pariser Tuilerien oder dem Hyde Park in London, die beide Ende des 17. Jahrhunderts der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, bis hin zu unseren heutigen Stadtwäldern sind die Herangehensweisen von Architekt:innen, Ingenieur:innen, Landschaftsarchitekt:innen und ihren Auftraggeber:innen an die Natur untrennbar mit technischen Herausforderungen sowie politischen und gesellschaftlichen Ansprüchen verbunden.
Seit der Aufklärung ist die Präsenz der Natur zudem auch eng verflochten mit hygienischen Belangen und dem Bestreben, das Zusammenleben der Menschen in einer von wirtschaftlichen Ungleichheiten und sozialen Spaltungen bedrohten Gesellschaft zu fördern. Dieses durchzieht wie ein roter Faden die öffentliche Stadtplanung, wie sie den Umbau von Paris unter Baron Haussmann und die Entstehung des Central Park in New York City prägte. Bis heute geht die Geschichte urbaner Natur Hand in Hand mit sich wandelnden Vorstellungen des Funktionierens der Gesellschaft.
Antoine Picon zeigt in seinem wegweisenden Buch auf, wie die Bedeutung urbaner Natur über die Jahrhunderte zugenommen hat. In der Umweltkrise des 21. Jahrhunderts hat sie eine neue Dimension erreicht. Neue Verbindungen zwischen Menschen und ihrer Umgebung müssen geknüpft werden: mit dem Boden, den Wasserressourcen, der Vegetation und Tierpopulationen.
Picons Erforschung städtischer Natur verdeutlicht, wie weit wir schon gekommen sind, und fordert uns auf, die Zukunft der Städte innovativ weiterzudenken.
For more than 300 years, we have been exploring the role of nature in urban development. From the Tuileries in Paris and London's Hyde Park-both opened to the public in the late 17th century-to today's urban forests, the approaches of architects, engineers, landscape designers, and their clients to nature are inextricably linked to technical challenges as well as political and social demands.
Since the Age of Enlightenment, urban nature has also been closely intertwined with concerns about hygiene and efforts to mitigate economic inequalities and social divisions. This marks a common thread of urban planning and has shaped the transformation of Paris under Baron Haussmann and the creation of New York's Central Park. To this day, the evolution of urban nature runs hand-in-hand with changing ideas of society.
In his groundbreaking book, first published in French in 2024, distinguished architectural historian Antoine Picon demonstrates how urban nature has gained importance over centuries and reached an entirely new dimension in our age of global warming and climate crisis. He highlights the urgency to forge new connections between people and their environment: with soil, water, vegetation, and animal populations.
Picon illustrates how far we have already come and invites us to be innovative about our cities' future.