Das Herz glüht, die Leidenschaft zehrt, Schmetterlinge überall. Die Liebe scheint überzeitlich, eine Macht, die Menschen immer schon zusammenbrachte und zusammenhielt. Doch seit einiger Zeit ist das vermeintlich größte Gefühl von allen in den analytischen Blick der Geschichtswissenschaften geraten. Und die Forschenden kratzten am Zuckerguss des vermeintlich zeitlosen Zaubers: Sie interessieren sich weniger für die Liebe als menschliche Ur-Emotion, sondern sehen darin vielmehr eine gesellschaftliche Konvention, die in unterschiedlichen Epochen jeweils anders definiert wurde und ihrerseits auf die Kulturen zurückwirkte.