Sind Sie manchmal hart zu sich selbst? Neigen Sie dazu, alles immer makellos machen zu wollen? Dann sind Sie in guter Gesellschaft. Rund 30 Prozent der Erwachsenen haben perfektionistische Tendenzen.
Gesund ist das allerdings nicht. Je mehr wir uns bemühen, perfekt zu sein, desto unglücklicher werden wir, schreibt unsere Autorin Francine Russo.
Perfektionismus hat zwei Facetten: hohe Ansprüche an sich selbst - und die Sorge vor Fehlern. Was an der Persönlichkeitseigenschaft besonders ungünstig, ja gefährlich ist und wie wir ganz konkret lernen können, wohlwollender und nachsichtiger mit uns selbst umzugehen, beschreibt Barbara Cludius, Psychotherapeutin und Professorin an der Universität Bremen, in der Titelgeschichte.
Der zweite Teil des Titelthemas nimmt Familien in den Blick. Darin widmet sich die US-amerikanische Journalistin Francine Russo den problematischen Auswirkungen des elterlichen Perfektionismus auf Mütter, Väter und ihre Kinder. Doch es gibt gute Alternativen zum Perfektionismus.
Ich finde das Konzept des Selbstmitgefühls spannend und hilfreich. Denn wir messen uns selbst und andere oft mit zweierlei Maß. In meiner Arbeit als Redakteurin und in meinem Alltag als Mutter versuche ich, mir immer wieder klarzumachen: Ich muss nicht perfekt sein. Fehler gehören dazu.
Interessante und hilfreiche Erkenntnisse wünscht Liesa Bauer, Spektrum der Wissenschaft.